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#gumhealthday: Europäischer Tag der Parodontologie am 12. Mai 2020

Bild: PxHere / soyfeliz2018

Zahnärzte geben Tipps gegen Volkskrankheit Parodontitis

| Zum Europäischen Tag der Parodontologie am 12. Mai 2020 steht eine oft verkannte Volkskrankheit im Mittelpunkt: Parodontitis. Die chronische Entzündung von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat verlauft meist schmerzfrei und bleibt oft langere Zeit unbemerkt. Dabei erkranken laut der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) 60 bis 80 Prozent der 35- bis 74-jährigen an einer Form der Parodontitis. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KZVWL) und die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (ZÄKWL) informieren zu Risikofaktoren und geben Tipps zur Prävention.

»Eine Parodontitis kann dauerhafte Schaden an Gewebe und Knochen verursachen und bis zum Zahnverlust führen. Auslöser sind Zahnbeläge auf den Zahnoberflächen und in den Zahnzwischenräumen. Daher ist eine gute Mundhygiene zur Vorbeugung unverzichtbar“, erklart Dr. Holger Seib, Vorstandsvorsitzender der KZVWL. Nicht alle Menschen haben ein gleich hohes Risiko an Parodontitis zu erkranken. Erbliche Veranlagung, Rauchen, Diabetes, Stress, aber auch hormonelle Umstellungen in der Schwangerschaft oder bestimmte Medikamente können eine Erkrankung begünstigen.

»Wem Rötungen, Schwellungen, vermehrtes Zahnfleischbluten beim Zähneputzen oder Mundgeruch auffallen, der sollte sich auf jeden Fall zeitnah Rat bei seinem Zahnarzt suchen", ergänzt Jost
Rieckesmann, Präsident der ZÄKWL. Denn eine unbehandelte Parodontitis kann sich mit der Zeit auf den ganzen Körper auswirken und Diabetes, Komplikationen während der Schwangerschait (Praeklampsie,
Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht) oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Zudem ist Parodontitis die haufigste Ursache für Zahnverlust.

So schützen sich Patienten

Wer durch eine gute Mundhygiene Beläge auf den Zähnen vermeidet, der schützt sich auch vor Parodontitis. Daher gilt: Unbedingt zweimal am Tag Zähneputzen und einmal täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen säubern. Die eigenen Pflegemaßnahmen sollten mindestens ein- bis zweimal jährlich, je nach Befund und zahnärztlicher Empfehlung gegebenenfalls auch häufiger, durch eine professionelle Zahnreinigung ergänzt werden. Dies kann man gut mit den regelmaßigen Kontrollterminen beim Zahnarzt kombinieren. Je früher eine Parodontitis erkannt wird, umso besser lässt sie sich behandeln.

Auch wahrend der Corona-Pandemie: Zahnärzte arbeiten weiter

Sehr hohe Hygienestandards in den Zahnarztpraxen stellen auch wahrend der Coronakrise sicher, dass Behandlungen in gewohnter Qualität und Sicherheit durchgeführt werden können. Die Zahnärzte und
deren Mitarbeiter behandeln wie gewohnt mit passender Schutzkleidung, alle Instrumente werden sterilisiert und frisch ausgelegt, der Behandlungsraum sorgfaltig desinfiziert. Kein Patient muss sich also vor dem Zahnarztbesuch Sorgen über ein erhöhtes Infektionsrisiko machen. Zudem wird allen Patienten empfohlen, vorab telefonisch Kontakt mit der Zahnarztpraxis aufzunehmen. Zwischen Patient und Zahnarzt werden die notwendigen Behandlungen sowie Schutzmaßnahmen wahrend des Besuches direkt geklärt.