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Mehr Schmerzbehandlung in Zahnarztpraxen seit April

Bild: shutterstock / Syda Productions

Besorgniserregende Analyse der Abrechnungsdaten

| Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe analysiert zurzeit die aktuellen Abrechnungsdaten aus den Zahnarztpraxen. „Dabei beobachten wir aktuell eine deutliche Zunahme von Behandlungen zur akuten Schmerzbeseitigung!“, stellt Dr. Holger Seib, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KZVWL), fest. Seib nennt ein Beispiel: „So nehmen gerade Nerventzündungen zu, weil viele Patienten aus Verunsicherung bei ersten leichten Symptomen nicht zum Zahnarzt gehen. Dadurch kommt es zur unerwünschten Verschlimmerung von Befunden und Schmerzen.“

Patienten schieben Vorsorge auf

Die Zahl der Kontrollbehandlungen ist im analysierten Zeitraum deutlich rückläufig. Dabei werden gerade in der Vorsorge Karies oder Parodontose oft so rechtzeitig erkannt, dass mit kleineren Maßnahmen, die rechtzeitig durchgeführt werden, größerer Schaden vermieden werden kann.
Auch Prophylaxebehandlungen speziell bei Kindern sind stark rückläufig. In vielen Kitas und Schulen sind bedingt durch die Corona-Krise die Maßnahmen der Gruppenprophylaxe wie gemeinsames Zähneputzen noch nicht wieder aktiv, deshalb ist gerade jetzt die individuelle Kontrolle der Mundhygiene beim Zahnarzt besonders wichtig, um der Entstehung von Karies vorzubeugen.

Kein erhöhtes Risiko durch Praxisbesuch

Dabei sind Verunsicherung oder Zurückhaltung beim Zahnarztbesuch nicht angebracht. Durch den extrem hohen Hygienestandard, der zurzeit noch einmal gesteigert wurde, sind Zahnarztpraxen absolut sicher in Sachen Infektionsschutz.

Seib dazu: „In ihrem eigenen Interesse sollten Patienten deshalb die Zahnarztpraxis ihres Vertrauens rechtzeitig wie gewohnt aufsuchen, um ihre Zahngesundheit nicht zu gefährden, sondern auf hohem Niveau zu erhalten.“ Vorab könne sich der Patient beim Praxisteam über die angepassten Abläufe zum Termin informieren.