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Beste Chancen für eine Niederlassung

Bild: Unsplash / Sammie Vasquez

Der Abschluss des (Zahn-)Medizinstudiums ist in Sicht, doch was nun? Die richtigen Entscheidungen für die Karriere zu treffen, wird für junge Ärzte, Zahnärzte und Studierende immer schwieriger. Die Ärzte- und die Zahnärztekammer sowie die Kassenärztliche und die Kassenzahnärztliche Vereinigung haben deshalb gemeinsam mit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) den „Tag der Chancen“ ins Leben gerufen, der jungen Medizinern und Zahnmedizinern den Berufseinstieg erleichtern soll und der am 7. April 2018 erstmals stattfand.

Ingo König, Direktor und Leiter der apoBank-Filiale Magdeburg, begrüßte die rund 40 Teilnehmer und freute sich über die Zusammenarbeit von Ärzten und Zahnärzten bei diesem Thema. Dr. Burkhard John, Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen-Anhalt und selbst niedergelassener Allgemeinmediziner, sagte, es gebe in Sachsen-Anhalt riesige Probleme in der ambulanten Versorgung bei Haus- und Fachärzten. Gleichzeitig beobachte er bei vielen Studierenden eine gewisse Unsicherheit, was die eigene Karriere angehe, so John. Prof. Dr. Thomas Frese, Direktor im Institut für Allgemeinmedizin an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg und Facharzt für Allgemeinmedizin in einem ländlichen Gebiet nördlich von Leipzig, war als Vertreter der Ärztekammer vor Ort und konnte zwar darauf verweisen, dass es an der Uni Halle seit anderthalb Jahren das fakultative Wahlfach Praxismanagement gebe, es aber gleichwohl gelte, noch viele wahrgenommene Barrieren und Hindernisse in den Köpfen der Studierenden abzubauen, vor allem die Niederlassung in der eigenen Praxis betreffend – denn dafür wollten die Organisatoren beim Tag der Chancen ausdrücklich werben.   

Auf viel Erfahrung in der eigenen Praxis können auch Dr. Jochen Schmidt, KZV-Vorstandsvorsitzender, und Dr. Carsten Hünecke, Präsident der Zahnärztekammer zurückblicken. „Zahnärzte sind noch mehr Individualisten als andere Mediziner“, bekräftigte Dr. Schmidt. Er zeigte Verständnis für den Wunsch, neben der Arbeit auch Zeit für Familienleben und Hobbys zu haben. Dass das auch mit einer eigenen Praxis vereinbar ist, wollte der Dessauer Zahnarzt dem Nachwuchs vermitteln. „99 Prozent haben die Entscheidung für die Niederlassung nicht bereut“, so Dr. Schmidt. Dr. Hünecke hob den Vorteil heraus, sein eigener Herr zu sein. Die Bürokratielast wachse für Angestellte ebenso wie für Freiberufler, aber in der eigenen Niederlassung habe man noch viel in den eigenen Händen und wisse, wofür man arbeite, so der Kammerpräsident, der gemeinsam mit Dr. Schmidt und dem VV-Vorsitzenden der KZV, Dr. Bernd Hübenthal, zahlreiche Einblicke in den Praxisalltag geben konnte.

Dass eine Niederlassung überhaupt nicht mehr die klassische Einzelpraxis sein muss, in der ein Arzt von früh bis spät als Einzelkämpfer steht, wurde in den anschließenden Workshops deutlich. Vielmehr habe man als Heilberufler in Sachen Karriere heute die „Qual der Wahl“, wie Referentin und Business Coach Michaela Lückenotto in ihrem gleichnamigen Workshop erklärte. Sie zeichnete ein breites Bild, in dem die Niederlassung neben der Arbeit in einer Klinik oder in der freien Wirtschaft nur eine Möglichkeit darstelle. Lückenotto riet den Zuhörern, den eigenen Lebenslauf mit einer Art Leistungsbiografie darauf abzuklopfen, wo die eigenen Stärkungen und Neigungen liegen. Auch das Feedback von Kollegen und Freunden, vielleicht sogar des eigenen Vorgesetzten, sei hierbei hilfreich. Fähigkeiten und Interessen führten zu Möglichkeiten – zum Beispiel der einer Niederlassung, und hier kamen KV-Vorstand Dr. John sowie der junge Zahnarzt Jakob Osada aus Halle, Beisitzer im Vorstand des Freien Verbandes der Zahnärzte (FVDZ) und in der Zahnärztekammer im Ausschuss „Junges Mitglied“ tätig, ins Spiel. Beide stellten ihren Werdegang vor und beschrieben, dass es gibt zahlreiche Möglichkeiten der Niederlassung gibt: Von der klassischen Einzelpraxis über die Berufsausübungsgemeinschaft (örtlich, überörtlich, Teil-BAG), bis zu MVZ, Teilzulassung oder Zweigpraxis. Hier gebe es viele Möglichkeiten, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen.
Die Angst vieler Absolventen, sich gleich nach dem Studium hoch zu verschulden, konnte Kathrin Komarek, Abteilungsdirektorin und Beraterin für selbstständige Heilberufler bei der apoBank, entkräften. Sie selbst habe seit 1992 nicht eine Insolvenz erlebt. Wenn es zu finanziellen Schieflagen komme, dann durch das Privatleben, so Komarek. Mit 122.000 Euro sei der durchschittliche Kaufpreis einer Praxis in Ostdeutschland auch wesentlich leichter zu stemmen als in westdeutschen Ballungsgebieten. Überhaupt spielten betriebswirtschaftliche Fragen eine große Rolle, deshalb wurden den angehenden Ärzten und Zahnärzten auch konkrete Praxisbeispiele vorgestellt. Ingo König zog am Ende ein positives Fazit: „Es gab eine gute Beteiligung und interessante Diskussionen“, so der apoBank-Direktor. Der Tag der Chancen soll deshalb auf jeden Fall in ähnlicher Form wiederholt werden. 

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