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Coronavirus – Was bedeutet das für Europa?

Bild: Pixabay / Darwin Laganzon

Nach der Meldung von Fällen von Lungenentzündung mit unbekannter Ursache in der chinesischen Stadt Wuhan am 31. Dezember 2019 wurde am 7. Januar 2020 ein Neuartiges Coronavirus (2019-nCoV) von den chinesischen Behörden als Ursache identifiziert. Seitdem haben die Nachbarländer und andere Länder in aller Welt ihre Surveillancemaßnahmen erhöht, um schnell etwaige neue Fälle des Virus in Verbindung mit dem Ausbruch diagnostizieren zu können. Inzwischen wurden in China mehr mit dem 2019-nCoV infizierte Personen ermittelt, während andere Länder erste eingeschleppte Fälle meldeten. Angesichts des Volumens des Reiseverkehrs zwischen Wuhan und dem Ausland ist dies nicht verwunderlich.

 Nach bisher vorliegenden Informationen ist offenbar eine tierische Quelle die wahrscheinlichste primäre Ursache für diesen Ausbruch, wobei inzwischen auch einige Fälle von Mensch-zu-Mensch-Übertragung nachgewiesen sind. Doch wir befinden uns noch in einem frühen Stadium des Verständnisses dieses neuen Virus und seiner Herkunft und Wirkungsweise auf den Menschen, und auch die Frage, wie schwer die Infektion ist und wie leicht sie von Mensch zu Mensch übertragbar ist, muss noch geklärt werden.
Der Notfallausschuss, der am 22. und 23. Januar 2020 gemäß den Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV 2005) einberufen wurde, hielt es noch für verfrüht, den Ausbruch des 2019-nCoV in China zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite zu erklären. Der Generaldirektor der WHO nahm diesen Rat an. „Täuschen Sie sich nicht“, erklärte Dr. Tedros, „dies ist eine Notlage in China, aber noch keine globale Notlage. Es kann aber durchaus noch dazu werden.“

Vorbereitung auf das 2019-nCoV in der Europäischen Region

Auch wenn bisher noch keine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen wurde, so verfolgt die WHO den Ausbruch in China doch weiter aufmerksam, um mehr über ihn zu erfahren und ihn so schnell wie möglich eindämmen zu können. Aufgrund des weltweiten Reiseverkehrs ist zu erwarten, dass es zu einer weiteren grenzüberschreitenden Ausbreitung von 2019-nCoV-Fällen in andere Länder kommt, sodass auch die Möglichkeit einer Einschleppung in die Europäische Region nicht ausgeschlossen werden kann.
Die WHO empfiehlt den Ländern der Europäischen Region, sich weiter auf eine Einschleppung des neuen Virus vorzubereiten. Dazu gehören klare Aussagen über die zügige Ermittlung erkrankter Personen, die Untersuchung von Proben aus Verdachtsfällen, die Sicherstellung geeigneter Maßnahmen zur Infektionsbekämpfung und eines Fallmanagements zur Minimierung der Gefahr einer Ausbreitung des Virus sowie die Aufrechterhaltung der Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Wahrscheinliche und bestätigte 2019-nCoV-Fälle sind gemäß den IGV an das WHO-Regionalbüro für Europa zu melden.
Gesundheitsfachkräfte sind die Eckpfeiler einer wirksamen Fallerkennung und eines entsprechenden Fallmanagements. Sie sollten gezielt eingebunden und für die Bestimmung und Behandlung etwaiger Fälle sowie die Einleitung von Infektionsschutz- und -bekämpfungsmaßnahmen und die Abgabe von Gesundheitsempfehlungen geschult werden.
Die WHO hat eine Reihe von fachlichen Dokumenten zur Orientierungshilfe in Bereichen wie Surveillance, Laboruntersuchung, klinisches Management, Infektionsschutz und -bekämpfung, nationale Bereitschaftsplanung und Risikokommunikation veröffentlicht.
Vor allem arbeitet das WHO-Regionalbüro für Europa zusammen mit den Ländern darauf hin, Referenzlabore in der Europäischen Region zu bestimmen, die in der Lage sind, den Test für das neue Virus durchzuführen. Bisher wurden folgende Labore benannt:

  • Nationales Beratungslabor für Coronaviren, Institut für Virologie, Charité, Robert-Koch-Institut, Deutschland;
  • Abteilung Virologie, Medizinisches Zentrum der Erasmus-Universität, Niederlande;
  • Referat Respiratorische Viren, Public Health England, Vereinigtes Königreich.
  • Empfehlungen an Reisende aus Ländern der Europäischen Region

Aufgrund der derzeit verfügbaren Informationen empfiehlt die WHO keine konkreten Reise- oder Handelsbeschränkungen.
Gesundheitsbehörden und Gesundheitsfachkräfte sollten Reisende in die oder aus den betroffenen Gebieten (aktuell Stadt Wuhan) über Möglichkeiten zur Verringerung des allgemeinen Risikos einer akuten Atemwegsinfektion informieren, etwa durch:

  • Vermeidung von engem Kontakt mit Personen mit akuten Atemwegsinfektionen sowie mit lebendigen oder toten Nutz- oder Wildtieren;
  • häufiges Händewaschen, insbesondere nach direktem Kontakt mit erkrankten Personen oder ihrer Umgebung;
  • Bedecken von Nase und Mund beim Husten, Niesen in ein Taschentuch oder den gebeugten Ellenbogen und Benachrichtigung eines Arztes oder einer nationalen Gesundheitsbehörde bei Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung.
  • Es wird allgemein davon ausgegangen, dass Einreiseuntersuchungen wenig Nutzen bringen, jedoch erhebliche Ressourcen verschlingen. Sollten während oder nach einer Reise Symptome auftreten, die auf eine Atemwegserkrankung hindeuten, werden die Reisenden aufgefordert, einen Arzt aufzusuchen und ihm ihren Reiseverlauf zu schildern.

Angesichts der bisher vorliegenden Informationen über dieses Ereignis rät die WHO derzeit von Reise- oder Handelsbeschränkungen für China ab.

Das nCoV

Ein neuartiges Coronavirus ist ein neuer Stamm des Virus, der bisher bei Menschen noch nicht identifiziert wurde.

Coronaviren (CoV) bilden eine große Familie von zwischen Tieren und Menschen übertragbaren Viren, die Erkrankungen von einer normalen Erkältung bis zu schweren Krankheiten wie dem Nahost-Atemwegssyndrom-Coronavirus (MERS-CoV) und dem Schweren Akuten Respiratorischen Syndrom (SARS-CoV) verursachen können.

Nach bisherigen Berichten kann eine Infektion mit dem 2019-nCoV zu milden bis schweren Krankheitsverläufen, teilweise mit tödlichem Ausgang, führen. Zu den üblicherweise beobachteten Symptomen zählen Fieber, Husten, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden. In schwereren Fällen kann die Infektion eine Lungenentzündung oder das Schwere Akute Respiratorische Syndrom hervorrufen, insbesondere bei Personen mit anderen chronischen Vorerkrankungen, und sogar zum Tod führen.

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