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Forscher suchen neuen Ansatz gegen resistente Kopf-Hals-Tumore

Bild: Unsplash / Lucija Ros

Mit modifizierten Killerzellen die Krebsabwehr stärken

| Kleine Veränderungen auf der Oberfläche von Tumorzellen führen oft dazu, dass das Immunsystem sie nicht mehr erkennen und bekämpfen kann. Indem Wissenschaftler genetische Informationen über die Oberflächenmerkmale in Immunzellen einschleusen, können sie die Schlagkraft des Immunsystems wieder anregen. Mit der CAR-T-Zell-Therapie kommt dieses Prinzip in der Krebsmedizin bereits zum Einsatz. Forscher aus Hannover prüfen nun, ob die Methode auch mit einer anderen Art von Immunzellen funktioniert. So soll die Behandlung besser verträglich und einfacher in der Anwendung werden. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Projekt mit 266.000 Euro.

Immuntherapien sind seit einigen Jahren Hoffnungsträger für neue Behandlungsmöglichkeiten von Krebserkrankungen. Einige Therapieansätze werden bereits in der klinischen Praxis angewandt und viele weitere befinden sich in der Entwicklung. Eine dieser Strategien ist es, Immunzellen das Aufspüren von Tumorzellen zu erleichtern. „Ein Problem in der Krebstherapie ist, dass die körpereigene Abwehr zwar grundsätzlich funktioniert, sich Tumorzellen jedoch der Immunabwehr durch bestimmte Schutzmechanismen, die wir als ‚Escape‘-Strategien bezeichnen, entziehen. So werden die Krebszellen nicht mehr erkannt und eliminiert“, erklärt Studienleiter Dr. Stephan Klöß vom Institut für Zelltherapeutika an der Medizinischen Hochschule Hannover. Das kann dazu führen, dass die Behandlung nicht mehr anschlägt und der Tumor weiterwächst.

Tumorzellen enttarnen

Grund dafür sind kleine Veränderungen auf der Oberfläche von Tumorzellen. Wissenschaftler haben jedoch eine Gegenstrategie entwickelt, um den Tarnmechanismus der Krebszellen auszuhebeln: Dafür schleusen sie genetische Informationen über die Oberflächenmerkmale der Tumorzellen, sogenannte Tumorantigene, in die Immunzellen ein. So können Krebszellen dem Immunsystem nicht mehr entkommen.

Bisher wurden für diese Methodik die T-Zellen des Immunsystems verwendet. Im Fachjargon werden die gentechnisch veränderten Zellen als CAR-T-Zellen bezeichnet, wobei CAR für „chimärer Antigen-Rezeptor“ steht. Bei einer Therapie mit CAR-T-Zellen werden den Patienten körpereigene T-Zellen entnommen, im Labor aufbereitet und den Betroffenen wieder zugeführt. Das Verfahren ist sehr aufwändig und nicht für alle Patienten geeignet: Die Entnahme der Immunzellen ist bei Personen mit fortgeschrittenem Krankheitsstadium und resistenten Tumoren nicht immer erfolgreich, da der Körper durch bereits vorangegangene Therapien geschwächt ist. Zudem kommt es teilweise zu starken Nebenwirkungen.

Weniger Nebenwirkungen durch Natürliche Killerzellen

Das Forscherteam aus Hannover verwendet für dieses Verfahren jetzt sogenannte Natürliche Killerzellen (NK-Zellen). Diese Immunzellen sind wie T-Zellen an der Bekämpfung von Krebszellen beteiligt. Beim Einbringen in den Körper lösen sie jedoch kaum Abwehrreaktionen oder Nebenwirkungen aus. Eine Therapie mit CAR-NK-Zellen wäre somit verträglicher. Außerdem können NK-Zellen von fremden Personen ähnlich wie Blut gespendet und müssen nicht den Betroffenen selbst entnommen werden. Davon profitieren besonders vorbehandelte Patienten mit resistenten Tumoren.

Resistente Kopf-Hals-Tumore im Fokus

In Studien zeigt die Anwendung von CAR-NK-Zellen bei Leukämien bereits erste Erfolge. Die Forscher aus Hannover legen ihren Fokus nun auf resistente Tumore im Kopf-Hals-Bereich (HNSCC), sogenannte Plattenepithelkarzinome. Erste Untersuchungen zeigen, dass CAR-NK-Zellen auch zur Bekämpfung von HNSCC-Tumorzellen geeignet sind. „Wir prüfen jetzt genauer die Mechanismen sowie die Wirksamkeit und Sicherheit dieses Verfahrens“, sagt Dr. Stephan Klöß. „Unser Ziel ist es, eine neue zellbasierte Antikrebstherapie zu entwickeln. Das wäre besonders für solide Tumore, die gegen andere Behandlungsmöglichkeiten resistent sind, ein großer Erfolg.“

„Erkenntnisse aus dieser Studie können zur Weiterentwicklung der Immuntherapie beitragen“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Wir brauchen solche innovativen Strategien und Forschungsprojekte, um die Krebsmedizin weiter zu entwickeln und auch den Patienten Hoffnung zu geben, die mit Therapieresistenzen zu kämpfen haben, neue Hoffnung geben.“

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